So Produktiv wie die letzten 2 Tage war ich nie, noch nicht mal vor dem Abitur.
Jedenfalls verbringe ich eine sehr lange Zeit (geschätzte 4-5 Stunden gestern und heute) mit dem Schreiben des Blogs und dem Beantworten von Mails.
Ich fühle mich zwar gerade ziemlich ausgelaugt, aber die zahlreiche Leserschaft und die Positiven Reaktionen auf meinen ersten Beitrag heizen mich ganz gut an jetzt doch noch einen längeren Text zu schreiben.
Leider kann ich nicht garantieren, dass ich in Zukunft die Möglichkeit haben werde so viel und vor allem so oft in den Blog zu schreiben. Also bitte nicht wundern falls mehrere Tage auf einmal nichts mehr kommt. Morgen Abend werde ich aber sicherlich nochmal etwas schreiben und ich werde versuchen es anzukündigen falls mir die Möglichkeit ausbleibt für eine Weile zu schreiben.
Nun aber zu meinen Erlebnissen:
Tag 1 (ohja den hatten wir schon, aber der Abend hat ja noch gefehlt)
Das im ersten Beitrag angesprochene, nachmittagliche Jobgespräch habe ich nicht so ganz verstanden. Ich war leicht zu spät dran (war noch mit den Deutschen auf deren Zimmer und haben etwas Musik gehört, die wollten aber leider lieber auf den Tower als mit zu dem „Gespräch“).
Leider waren wohl alle schon geschäftig am Plauschen, wobei ich nicht richtig verstand wer eigentlich hier wem hier Jobtipps geben will. Trotzdem gab es ja noch den leckeren Käse verschiedener Sorten und nicht zu vergessen den kostenlosen Wein. Beides habe ich natürlich nicht verschmäht. Nach einer Weile des, mehr oder weniger verwirrten rumstehens und essens fasste ich mir dann doch mal ein Herz und fragte einen neben mir stehenden Jungen Mann ob er denn Tipps zur Jobsuche geben würde. Dieser wusste jedoch genauso wenig wie ich Bescheid und wahr anscheinend eher zum kostenlosen Essen als zum reden da. Es ergab sich dann doch ein recht interessantes Gespräch (natürlich auf englisch). Er reist wohl auch schon eine Weile in Neuseeland herum und hat schon einige Jobs gemacht. Im Bürobereich und Werbebereich kann man seiner Angabe nach eventuell recht gut Geld verdienen. Dort wird man nicht stündlich sondern nach Kunden bezahlt und kann daher, wenn man etwas Übung hat relativ viele Kunden bearbeiten und dementsprechend viel verdienen. Genau verstanden habe ich es jedoch nicht. Es hörte sich auch nicht so sehr nach einem Job an, der mich interessieren würde. Die Idee nach „Northland“ zu fahren und dort zu Woofen fand er auch sehr gut. Ich schaue mal ob ich das machen werde. Mit der Idee habe ich mich schon angefreundet.
Abends gab es dann in der Bar noch kostenlose Pizza (ca. 25, die wie zu erwarten sehr schnell gegessen waren) und später ein Goldfischrennen.
Für dieses wurden 2 gleichlange Metallrinnen mit Wasser gefüllt. Es traten immer 2 Personen gegeneinander an, die sich dann einen Goldfisch aussuchen mussten und dann versuchen diesen mithilfe eines Strohhalms, durch den sie blasen sollten) den Goldfisch zum anderen Ende der Rinne durch „Geblubber“ zu treiben. Dies funktionierte dann, je nachdem wie der Goldfisch denn mitspiele auch entweder recht gut oder manchmal garnicht (wenn er auf einmal in die falsche Richtung schwamm).
Es war sicherlich mal eine besondere Art der Unterhaltung. Aber, und bitte stellt mich jetzt nicht als Moralapostel hin, war für die Fische sicher eine nicht so dolle Erfahrung. Da sind die allabendlichen, kostenlosen!. Poolturniere um 75$ Preisgeld doch etwas humaner und nicht minder spaßig. Die Bar hat übrigens jeden Abend solche Events und bietet viele Discounts an (z.B. 2 Bier für 10$ anstatt 1 für 7, jeden Abend 2 for 1 Gutscheine und viel Mehr). Sie wird auch im Hostel gut beworben. Kein Wunder also, dass das Konzept aufgeht, die Bar ist stehts gut besucht und es herrscht gute Stimmung. Minderjährige dürfen in Neuseeland übrigens nicht trinken und werden daher abends garnicht erst hereingelassen.
Angeblich achten die Betreiber (laut Gesetz) auch darauf, dass keiner zu viel Trinkt. Bisher habe ich noch keinen Betrunkenen in der Bar gesehen.
Tag Nummero 2 (oder auch der Tag des Falls)
Mein Gott habe ich schon wieder viel geschrieben, viel zu viel eigentlich, jetzt ist es 20 nach 6 Ortszeit oder auch 8:20 in Deutschland. Naja viel zu tun habe ich ja jetzt gerade nicht, ein bisschen was ist also noch drinnen.
Der heutige Tag begann wiedermal relativ früh, um 7:15. Immerhin wollte ich noch ins Internet vor dem Frühstück und die Stadttour stand ja auch noch an.
Ich war ziemlich überrascht, dass schon am Ersten Tag so viele meinen Blog gelesen hatten. Ich hoffe auf einen weiteren Leerzuwachs.
Heute habe ich übrigens das warme Frühstücksmenü probiert und ja, es war wirklich besser! Mein Favorit bleibt aber das full irish breakfast (hatte ich vor ein paar Jahren, als ich in Irland war öfters, die komischen Würstchen habe ich aber auch nicht gemocht.)
Aber genug der Nichtigkeiten. Das Highlight war überraschenderweise die Stadttour.
Diese begann übrigens planmäßig schon um 10:10, der Bus kam aber erst 15 Minuten später, ob sich hier die lockere neuseeländische „Pünktlichkeit wird überbewertet“ Mentalität gezeigt hat oder einfach die Verkehrslage sehr schlecht war habe ich nicht in Erfahrung gebracht, wer mich kennt wird sich aber denken können, dass es mir nicht unsympathisch war (auch wenn ich pünktlich war und somit 15 Minuten in der Kälte stand).
Die Tour war interessant gestaltet, der Fahrer war ein sehr lockerer Typ, der seine Arbeit augenscheinlich sehr gerne macht, den Erzählstil kann ich nicht wiedergeben, er legte jedoch eine gewisse Selbstironie an den Tag und erzählte mit einem solchen Enthusiasmus, dass man einfach zuhören musste. Von der Stadt erfahren konnte man bei der Tour trotzdem nicht sehr viel, außer das die Straßenplanung ziemlich verhunzt wurde und das Kanonen gebaut wurden weil man einst zur Weltkriegszeit einen Angriff der Russen befürchtete (die Deutschen sollen aber eigentlich wesentlich gefährlicher für NZ gewesen sein), diese waren in kleinen Forts unter der Erde untergebraucht um sie unsichtbar zu halten und waren ausfahrbar, hatten aber eine viel geringere Reichweite als die damaligen Kriegsschiffe und waren damit unbrauchbar, also eher zur Show und Beruhigung der Bevölkerung da.
Bild: die unnütze Kanone
Die Harbour Bridge (erwähnt im Folgendem Teil)
Die Erzählweise sorgte jedoch für ständige Lacher - Unterhaltung Pur - und die war mir viel mehr Wert als Fakten über die Entstehung und die Geschichte der Stadt (die auch in meinem Reiseführer ausführlich behandelt wird).
Ein Highlight war sicherlich ein Abstecher auf die Riesige Harbour Bridge. Das heißt auf ist nicht ganz richtig, denn es ist eine einzige Autobrücke, aber man kann im Zuge der Führung unter der Fahrbahn auf einem kleinen Fußgängersteig (der wahrscheinlich ursprünglich als Wartungssteig gedacht war) eine beachtliche Strecke die Brücke entlanggehen. Das ganze führte dann zu einer Art überdachten Plattform von wo aus Bungy Jumping angeboten wird (natürlich kostenpflichtig, einen Haken muss so eine Tour ja haben). Der Preis für solche Extremaktivitäten ist jedoch beachtlich. In diesem Fall lag er vergünstigt(!) bei stolzen 105$. Kein unüblicher Preis sicherlich, aber dennoch war keiner unserer Gruppe geneigt so viel Geld für ein wenige Sekunden langen Adrenalinkick auszugeben.
Um doch nochmal einen Anreiz zu geben führte einer der dort Angestellten einen solchen Sprung einmal vor. Dennoch war das für die Anwesenden (mich eingeschlossen) nicht Anreiz genug es auszuprobieren.
Daraufhin boten sie an, dass 2 Leute zusammen einmal kostenlos springen dürften, unter der Bedingung, dass beide jeweils unter 75 Kilo wiegen. Sofort meldete sich eine Junge Frau, jedoch waren die anderen anwesenden Frauen von der Vorstellung wohl wenig begeistert, denn sie lehnten auch auf Nachfrage dankend ab. Die Betreiber waren redlich bemüht noch jemanden zu finden. Noch überlegend ob es wohl auch OK wäre wenn ein Typ anstatt einer zweiten Frau mitspringen würde warf ich in die Runde, dass ich deutlich weniger als 75 Kilo wiegen würde. (Ich wollte sowas sowieso mal machen, mir war es nur etwas zu teuer).
Gesagt getan, wir mussten nur eine schnelle Unterschrift leisten (das die Betreiber im Falle eines Unfalls nicht haftbar gemacht werden können), wurden daraufhin mit der Sicherheitsausrüstung eingekleidet, kurz eingewiesen und kurz darauf ging es Arm in Arm (man muss sich aneinander festhalten das man nicht gegeneinander schlägt und sich so verletzt) zur Kante.
Das war der härteste Part für mich, wir wurden dazu „gedrängt“ noch etwas dichter und noch etwas dichter an die Kante zu gehen, was ja für den Sprung sicherlich sinnvoll ist (damit man nicht an der Kante hängen bleibt oder Ähnliches) aber in dem Moment bei einem ziemliches Muffensausen bei einem aufkommen lässt. Der Countdown war da schon eine richtige Erlösung für mich und bei 0 zog ich die junge Frau halbwegs mir mir nach vorne (was aber völlig OK war). Ein Deutscher, der mit dabei war und schonmal solch einen Sprung gemacht hatte empfahl mir vorher nicht nach unten zu schauen sondern mit einen Punkt in der Landschaft zu suchen. Daran habe ich beim Sprung anfangs jedoch nicht mehr gedacht und schaute natürlich erstmal direkt nach unten. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, es war interessant, aber die ganze Strecke habe ich es nicht ausgehalten das Wasser auf mich zukommen zu sehen und suchte mir dann doch einen Punkt in der Landschaft.
Für uns beide war es ein unglaubliches Erlebnis. Wer die Möglichkeit irgendwann bekommen sollte einen solchen Sprung kostenlos oder günstig zu machen sollte die Gelegenheit, solange er/sie keine Höhenangst hat, in jedem Fall nutzen (auf eigene Gefahr, ich übernehme keine Haftung für eventuelle körperliche oder seelische Schäden).
Einer hat übrigens mit meiner Kamera ein Video gemacht, ich werde es hochladen sobald ich die Zeit dafür finde und dann hier nachreichen.
Auf dem Rest der Tour konnte man die Landschaft rund um Auckland sehr schön bewundern und hatte die Möglichkeit in einem Hafenviertel ein Mittagessen einzunehmen. Ich habe Fish and Chips probiert (für 8$ eine riesige Portion). Die Seevögel und Spatzen schienen auch sehr an meinen Essen, dass ich auf einer Mauer in der Nähe des Wassers einnahm, interessiert zu sein. Leider habe ich es verpasst davon ein Foto zu machen.
Auf dem Bild zusehen eine "Karte" von Auckland und der Umgebung:
Nach der Tour wollte ich eigentlich noch ein Bankkonto eröffnen, machte mich aber dann doch erstmal ans Email und diesen Blogeintrag schreiben. Das muss ich also auf morgen verschieben.
Heute Abend gibt es in der Lustigen Bar nebenan sage und schreibe 1000$ Freibier und jetzt läuft ein 100$ Pokerturnier, das Konzept scheint wirklich aufzugehen.
Besondere Grüße gehen heute an meinem Freund Bruno der immernoch auf meinen Kommentar zu seinem Blogartikel wartet. Ich werde mich daran machen ihn zu lesen wenn ich diese letzten paar Zeilen geschrieben habe, versprochen.
Dafür mache ich auch etwas Werbung, check out: www.foxblog.de.vu
Wer Interesse an gut geschriebenen und recherchierten Artikeln zu verschiedenen Themen (im Moment „Technologien unserer Zeit“ hat sollte mal einen Blick riskieren. Aber bleibt mir bitte trotzdem treu! ;-)
Viele Grüße und einen großen Dank an alle LeserInnen
euer Philip
